Vernetzung und Einbindung

Die Anbindung der beiden neuen Campusbereiche für Fußgänger und Radfahrer erfolgt intuitiv über alle bestehenden und neu geplanten Straßen- und Wegerelationen. Die kurzen Entfernungen zum Bahnhof und die in diesem Bereich geringen Höhenunterschiede begünstigen die fußläufige Erreichbarkeit, sodass von einem hohen Anteil am Modal Split der Studierenden und Mitarbeitenden der Universität ausgegangen werden kann. Die Verbindung mit dem Unteren Schloss und zwischen den beiden Campusbereichen wird durch den Höhenrücken, auf dem das Schloss liegt, erschwert. Die hier bereits begonnenen Maßnahmen zur barrierefreien Verbindung trotz der großen Topographiesprünge werden im Entwurf sowohl am Campus Nord (Aufzug im Hörsaalgebäude) als auch Campus Süd (Rampenanlage östlich der Siegener Zeitung) konsequent fortgeführt und die bestehenden Lücken im Netz gefüllt. Für Radfahrende bietet sich darüber hinaus die annähernd flache Verbindung über das Kölner Tor zwischen Friedrichstraße und Häutebachweg an. Radabstellanlagen werden an beiden Campusarealen in ausreichender Zahl vorgesehen.

Die Erreichbarkeit für den MIV und die Andienung für Lieferverkehre wird in beiden Campusbereichen gewährleistet, ist aber der Aufenthalts- und Mobilitätsqualität der öffentlichen Räume klar untergeordnet.

Am Campus Nord wird die Friedrichstraße im Bereich des Angers zur Mischverkehrsfläche, die darüber hinaus lediglich für Anlieger befahrbar sein wird. Von der Juliusstraße kommend werden zudem die beiden Parkgaragen unter den Neubauten beidseits der Friedrichstraße angebunden, welche die wegfallenden Bestandsstellplätze und die notwendigen zusätzlichen für Mitarbeitende und mobilitätseingeschränkte Personen der Universität aufnehmen. Auf die Anlage von ebenerdigen offenen Stellplätzen soll weitestgehend verzichtet werden.

Am Campus Süd wird der Häutebachweg seinem heutigen Charakter entsprechend als Anliegerstraße umgewidmet, die so weit wie möglich als Begegnungszone ausgestaltet wird und die Bebauung der nördlichen Straßenseite, wie die Villa Sauer, über einen attraktiven Freiraum mit dem Campus zusammenzieht. Das Löhrtor selbst wird auf seine notwendigste Funktionalität für den MIV und Lieferverkehre in die Oberstadt zurückgebaut und erscheint somit weit weniger trennend als im Bestand. Die Zufahrt zum Parkhaus Altstadt beleibt erhalten und wird gestalterisch in die Freiräume integriert.

Auf beiden Campusarealen besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Sharingstationen in die geplanten oder bestehenden Parkmöglichkeiten zu integrieren, da ein solches System auch in der Gesamtschau der Verteilung der Universitätsstandorte in der Stadt zur besseren Vernetzung der Areale beitragen kann.

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